Poker – Geschicklichkeits- oder Glücksspiel?
Egal, ob in der Kneipe, mit Freunden, in der traditionellen Spielbank oder im Online Casino – Poker ist der aktuelle Trendsport in Deutschland. Dies liegt einerseits an den erheblichen Gewinnen, die erfolgreiche Pokerspieler verdienen können: Erfolgreiche Teilnehmer der World Series of Poker gewinnen schon mal mehrere Millionen Dollar bei einem Turnier, bei dem – dank Freeroll-Aktionen größerer Anbieter – theoretisch jeder an den Start gehen kann.
Theoretisch, denn Poker ist kein Glücksspiel! Wer viel trainiert, wird in den meisten Fällen auch bessere Ergebnisse erzielen. „Kein Glücksspiel?“ wird mancher jetzt vielleicht fragen, „die Karten werden doch per Zufall ausgeteilt!?“. Das ist richtig, hier endet jedoch auch schon das Glückselement des Spiels. Vielmehr geht es um das Treffen von Entscheidungen bei Unsicherheit (nicht umsonst wird in den Wirtschaftsnachrichten oft von „Verhandlungspoker“ gesprochen – und die Unternehmen überlassen die Ergebnisse sicher nicht dem Zufall).
Wenn ein Spieler zum Beispiel bei Texas Hold’em schlechte Karten erhält und auch der Flop (die ersten drei Gemeinschaftskarten) keine Verbesserung der Gewinnchancen sieht, kann er sich auf der Basis von Wahrscheinlichkeiten entscheiden, ob er z.B. doch noch eine zweite 7 und eine zweite 10 bekommt oder tatsächlich am Ende noch eine Straße erhält.
Alternativ kann der Spieler seine Gegner in eine Falle locken und einfach so tun, als wären seine Gewinnwahrscheinlichkeiten hoch (so genannter „Bluff“). Auch dies ist eine Fähigkeit, die nicht viel mit Glück zu tun hat, sondern mit Erfahrung und auch Talent. Ein Bluff wäre bei einem schlechten Blatt z.B. ein sehr hoher Einsatz kombiniert mit einem entspannten Gesichtsausdruck. Oder bei einem guten Blatt ein zaghaftes Spiel – um die Gegner in eine Falle zu locken.
Natürlich gibt es Tage, an denen man einfach kein gutes Blatt bekommt oder ein Ass-König nach dem anderen. Das ist dann sicher als Pech oder Glück zu bezeichnen. Ohne ein Mindestmaß an Können ist jedoch letzteres wertlos – und ersteres nicht mehr allzu problematisch.

