Poker, Beharrlichkeit und hohe Vermögenswerte
Seit dem 8.12.2009 ist Brian Hastings mehrfacher Millionär. Fünf Stunden Online-Poker an einem Abend erbrachten ihm rund 4,18 Millionen US-Dollar auf einen Schlag. Sein schwedischer Gegner, mit dem Nicknamen Isildur1 angegeben, bleibt der Pokerwelt jedoch ohne Abstriche erhalten.
Der 21-Jährige Hastings ist nicht nur seit vier Jahren enthusiastischer und gewissenhafter Pokerspieler, sondern hatte bereits mithilfe zweier anderer Pokerspieler über Monate hinweg sorgfältig und unentwegt das Spiel seines Gegners auf Schwächen hin analysiert – und dies zumeist, während er gegen ihn spielte. Wie Hastings selbst in einem gestern veröffentlichten Interview mitteilte, hatte es ihm vor allem die Risiko- und Aktionsbereitschaft von “Isildur1″ angetan, die ihn dazu veranlasste, genau diesen zum Gegner zu wählen.
Es handelte sich um eine nahezu wissenschaftlich geführte Studie, wie sie etwa auch von Börsenhändlern durchgeführt wird, wenn sie einzelne Unternehmenskurse längere Zeit beobachten, um Voraussagen treffen zu können, so nahm der Sozialforscher Kyle Siler Stellung. Man habe, so Siler weiter, gerade auch wieder am Spielverhalten von Brian Hastings bestätigt gesehen, dass sich der Schlüssel zum Poker-Erfolg nur aus einer ausgewogenen Kombination zäher, vorausschauender und konzentrierter Geschicklichkeit und völliger Beherrschung der eigenen Gefühle ergebe.
Mit Blick auf dessen langatmige und akribische Vorbereitung liegt es auf der Hand, dass Hastings Erfolg unmöglich von einem zufälligen Spieleteilnehmer nachgeahmt werden könnte: Er habe sich dies nicht über Nacht erarbeitet, so Hastings, sondern sein Erfolg sei Ergebnis unablässiger Arbeit gewesen. Auch heute lässt er es sich nicht nehmen, immer noch 10 Wochenstunden Online-Poker zu spielen.
Um sich entsprechend vorzubereiten, nutzte Hastings Online-Poker-Seiten, die es einem Spieler erlauben, sich gleichzeitig an mehreren Tischen anzumelden. Diese dürfen zwar nicht von den USA aus betrieben werden, jedoch gegen die Nutzung erheben die US-Behörden keinen Einspruch, solange die Spieler ihre Gewinne versteuern: es handelt sich vorwiegend um Spieleanbieter aus Europa oder den Karibischen Inseln.
Im Dezember 2010 wird Hastings sein Wirtschaftsstudium abschließen, jedoch werden seine Zukunftspläne auch weiterhin von Poker bestimmt bleiben. Beispielsweise plane er, im Sommer des Jahres an Wettkämpfen in Las Vegas teilzunehmen. Er habe ohnehin nicht zum ersten Mal beim Online-Poker gewonnen: genau auf diesem Wege pflegte er sich stets sein Studium selbst zu finanzieren. Den größten Anteil seines Gewinns werde er anlegen, auch lasse er karitativen Organisationen Geldmittel zukommen und nicht zuletzt habe er seinen Eltern einen Italienurlaub spendiert.
Zwischen dem Montagmorgen des 15.2.2010 und den Mittagsstunden des 16.2.2010 nun nahm der einstige Gegner Hastings, der immer noch “anonyme” Isildur1, an einem durchgehenden, 30 Stunden währenden Online-Poker-Spiel teil und konnte einen Gewinn von 1.187.406 US-Dollar für sich verbuchen. Als ehrenhafter Spieler hatte dieser nach seiner Niederlage im Dezember keine Zeit verstreichen lassen und sich weiterhin intensiv selbst – auch zuerst wieder an Tischen mit niedrigen Einsätzen – kontinuierlich geschult und erhält nun als Comeback-Star umso mehr Anerkennung.
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