Ein Deutscher auf dem Weg nach oben?
Vom US-Amerikaner Mizrachi über den Russen Puchkov bis hin zum Vietnamesen Nguyen hat in der bisherigen WSOP 2010 scheinbar so ziemlich jede (Poker-)Nation ein Bracelet abräumen können – nur den deutschen Teilnehmern scheint es nicht vergönnt, ein Armband zu gewinnen: Bis gestern war kein deutscher Spieler im Heads-up vertreten gewesen, doch mit Moritz Ernst Schmejkal aus Kassel und der 10.000 Dollar Heads Up No Limit Hold’em Championship änderte sich das schlagartig.
Bereits am Vorschlusstag traf der blonde 22-Jährige auf schwere Gegner: Zunächst konnte er sich im Duell mit Juan Ramirez beweisen, dann folgte der US-amerikanische Vollprofi David Williams, der in seiner Karriere acht Millionen Dollar allein durch Live-Turniere erspielen konnte. Doch auch er scheiterte an dem deutschen Pokerneuling, der anschließend gleich dem nächsten Großkaliber gegenübertreten musste, dem ersten russischen WSOP Bracelet-Gewinner Alexander Kravchenko. Es schien somit fast ein Wunder, dass Schmejkal diese Vorrunde unbeschadet überlebte und in den Finaltag einzog.
Gestern erwartete ihn dann dort zunächst Vanessa Rousso: Die gebürtige Französin zeigte sich tatsächlich als schwere Herausforderung, doch am Ende scheiterte auch sie gegen Moritz Ernst Schmejkal, der nicht alleine von seinem Erfolg überrascht zu sein schien. Der Optimismus wurde jedoch nach Verkündung des nächsten Kontrahenten in die Schranken verwiesen: Als vorletztes Hindernis auf dem Weg zum ersten deutschen Bracelet sollte ihm der Aussie Millions-Sieger 2008, Alexander Kostritsyn, gegenübertreten. Nach nur einer unfassbaren halben Stunde Pokeraction saß dieser jedoch an den Rails, sodass sich Schmejkal nun gegen den letzten Herausforderer, Ayaz Mahmood, behaupten muss. Im Laufe des heutigen Tages wird sich in Las Vegas dann die Championship entscheiden.
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