Diskussionen über eine einstige “Grauzone”
Eine “Grauzone” – so bezeichnete man das regelwidrige Verhalten in der Affäre um Isildur1. Das Trio Hastings, Townsend und South hatten sich zusammengetan und etwa 50.000 Hände des Pokerphantoms Isildur1 gesammelt und analysiert, um anschließend große Gewinne gegen gerade diesen zu erspielen, was ihnen offenbar gelang. Innerhalb kürzester Zeit verlor Isildur1 rund 4,4 Millionen Dollar an die drei Spitzenspieler.
Zusammen Spielhände zu analysieren ist nach den Regeln von Full Tilt Poker jedoch regelwidrig. Eine erste Konsequenz musste Brian Townsend bereits spüren als er für einen Monat vom Full Tilt Poker Pro Team suspendiert wurde. Doch ob diese Strafe auch 4,4 Millionen Dollar wert sei, steht nun infrage. Während Townsend, Hastings und South also bisher noch auf ihren Gewinnen sitzen, debattiert die Pokerszene über die Bestrafung und über das sogenannte “Data Mining”, nämlich der Auswertung von Spielhänden, um damit einen direkten Vorteil für sich zu erlangen.
“Ich persönlich denke, dass dieser Verstoß allgemein überbewertet wird”, meinte der US-amerikanische Pokerprofi Andrew Robl. Ähnlicher Meinung ist auch Matt Savage. Der bekannte US-Turnierdirektor erklärte, dass man bei so großen Summen geradezu davon ausgehen muss, dass man den Gegenspieler und sein Spielverhalten analysiert. “Ich persönlich denke, dass es ein Witz ist, wenn Townsend mit einem blauen Auge davon kommt, vor allem wenn man bedenkt, dass er vor kurzem erst wegen eines andere Regelverstoßes gesperrt wurde”, meint jedoch Ryan Fisler und spielt damit auf die regelwidrige Eröffnung von mehreren Accounts auf dem Pokerportal Full Tilt Poker durch Townsend an.
Gutes in der schwierigen Situation und der weitverbreiteten Diskussion sieht Jason Rosenkrantz aus New York. Der Online-Pokerprofi sieht dadurch nämlich die Möglichkeit das noch nicht ganz ausgereifte System im World Wide Web weiterzuentwickeln. “Glücklicherweise führen Situationen wie diese zu neuen Regeln und Vorschriften, deshalb sollten wir hoffen, das es für das Online-Poker gut läuft und wir klar definierte Vorschriften bekommen, aus welchen Regeln definiert werden, welche Sinn machen, Bestrafungen welche zu den Verstößen passen, verhängt werden und Regeln entstehen, welche die Spieler besser schützen”, sagte Rosenkrantz in einem Statement. Welch optimistische Haltung!
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